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v.l. Mag. Robert Schmid, Obmann-Stv. des Fachverbands Steine-Keramik (WKO), Dr. Yamina Saheb, Senior Energy Efficiency Analyst OpenExp Paris und Arch. DI Christian Aulinger, Präsident der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

3. Sanierungstag der Wirtschaftskammer Österreich im Architekturzentrum Wien

15. März 2016 | 16:42 Autor: art:phalanx Startseite, Wien

Wien (A) Am 10. März fand bereits der dritte Sanierungstag, veranstaltet vom Ausschuss Nachhaltiges Bauen der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen und dem Fachverband Steine-Keramik der WKO, statt. 25 PodiumssprecherInnen präsentierten und diskutierten verschiedenste Aspekte des Sanierungsprozesses, in einem Punkt waren sich jedoch alle einig: Sanierung steigert Werte und schafft Nachhaltigkeit.

Rund 160 Personen fanden sich im Architekturzentrum Wien ein, um im Rahmen zahlreicher Beiträge zur Thematik umfangreiche Einblicke in sämtliche Durchführungsphasen von Sanierungsprozessen zu erhalten, Problemstellungen zu erkennen und Forderungen von und an die Politik zu hören. Ein Highlight bildete die Keynote von Dr. Yamina Saheb, Senior Energy Efficiency Analyst bei OpenExp in Paris sowie ehemaliges Mitglied der Europäischen Kommission, die die immense Bedeutung der Sanierung vor allem für Beschäftigung und Wirtschaft sowie zur Erreichung von Klimazielen auf europäischer Ebene hervorhob. Die Bedeutung der Sanierung auf österreichischer Ebene, Förderungsstrukturen auf Bundes- und Landesebene sowie die Problematik rückläufiger Sanierungsraten waren zentrale Themen der weiteren Vorträge. Die positiven ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen qualitätsvoller Gesamtsanierungen wurden dabei von allen SprecherInnen immer wieder betont. Die VeranstalterInnen präsentierten in einer vorhergehenden Pressekonferenz außerdem einen Forderungskatalog, der sich vor allem an die österreichische Politik, aber ebenso an AuftraggeberInnen im Sanierungsprozess richtet und innerhalb von fünf Forderungspunkten auch eine Zusammenfassung der Veranstaltungsthemen beinhaltet:

1. Der wirtschaftlichen und ökologischen Bedeutung der Sanierung ist Rechnung zu tragen
2. Wertsteigerung muss Teil einer österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie werden
3. Förderungen müssen klar gestaltet und einfach zugänglich sein
4. Die Qualität von der Planung bis zur Ausführung ist zu sichern
5. Die Auftragskultur muss als Teil der Baukultur gestärkt werden

DI Christian Aulinger, Präsident der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen, ist es ein besonderes Anliegen, die Auswirkungen der Immobilien auf unsere Klimaziele zu betonen: „Sie müssen daher im Sinne dieser, und vor allem in einer lebenszyklischen Betrachtungsweise bewirtschaftet und wert gehalten werden“. Auch die volkswirtschaftliche Bedeutung von Sanierungen sei allerdings keinesfalls zu vergessen. Mag. Robert Schmid, Obmann-Stv. des Fachverbands Steine-Keramik der WKO, hat hier ergänzend hinzuzufügen: „Die Fortführung der Förderaktion zur thermischen Sanierung für das Jahr 2016 wird natürlich begrüßt. Jedoch bedarf es statt der im Bundesbudget vorgesehenen Kürzung Ausweitungen, um die erforderlichen Klimaziele durch Sanierungen zu erreichen.“

Die Bedeutung von Sanierung auf europäischer Ebene

Dr. Yamina Saheb zeigte in ihrer Keynote schon zu Beginn des Sanierungstages 2016 auf, welch umfangreiche Auswirkungen Gebäudesanierungen als Antrieb für Wirtschaftswachstum, für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Investments haben. „When the building sector works well, all other sectors of the economy work well“ zitierte sie Martin Nadaud, der mit dem Satz „Quand le batiment va, tout va” im französischen Parlament bereits 1850 die Bedeutung des Bausektors für das Wirtschaftswachstum erkannte. Gleichzeitig zeigte Dr. Saheb auf, welch enormes Potenzial die Sanierung von Immobilien, vor allem die von Gebäuden aus den Jahren 1945-1980, für die Reduktion von Emissionen hat. Das Ziel der UN-Klimakonferenz in Paris 2015, die Begrenzung der globalen Erwärmung von 2° C auf 1,5° C zu reduzieren, könne nur durch die umgehende Sanierung von Immobilien und die damit einhergehenden Energieeinsparungen erreicht werden. Werden diese Potenziale allerdings nicht erkannt und genutzt, ist das Erreichen dieser Ziele nicht möglich. Ihr Wunsch ist es, dass im Jahr 2050 „Fast Nullenergie“-Gebäude das Straßenbild Europas prägen. Gleichzeitig zeigte Dr. Saheb auf, dass hierfür die Schaffung einer Stelle notwendig ist, die diese „Energy Renovation” europaweit einleitet und moderiert.

Information, Mediation und Entscheidung

Prof. Wolfgang Feilmayr setzte mit dem zweiten Vortrag der Tagesordnung fort und legte anhand exemplarischer Studien dar, welch enorme Wertsteigerungen von Immobilien durch deren Sanierung möglich ist. Es zeigte sich, dass der Großteil herkömmlicher Sanierungsmaßnahmen einen positiven Einfluss auf die Preise von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern haben, der im Einzelfall bis zu 30 % Wertsteigerung auslöst. Auch wenn die Datenlage zu Effekten nachhaltiger Maßnahmen noch nicht allzu umfassend ist, deuten erste Ergebnisse auch hier auf klar positive Auswirkungen hin.

Die Relevanz von Informationsstrategien im Sanierungsprozess verdeutlichte das Gespräch mit Mag. Margarete Havel, Soziologin, DI Vera Korab, Architektin und Mediatorin, und Mag. Petra Rindler, Rechtsanwältin, unter der Leitung von Architektin DI Judith Eiblmayr. In jedem Bauprozess sei die Kommunikation unter und mit sämtlichen Beteiligten von höchster Bedeutung. Wird dieser Prozess nicht von Anfang an z.B. seitens der PlanerInnen abgedeckt, kann dies zu einem späteren Zeitpunkt zu umso größeren Missständen führen. Frau Mag. Havel stellte in diesem Zusammenhang auch zwei von ihr unterstützte Forschungsprojekte vor, im Rahmen derer Arbeitsbehelfe geschaffen wurden, um von Anfang an bestmögliche Kommunikationsprozesse mit MieterInnen und BewohnerInnen von zu sanierenden Gebäuden zu ermöglichen. Es sei auch wichtig, MieterInnen darauf hinzuweisen, welche Vorteile sie durch die umfassende Sanierung ihres Wohnhauses erhalten, auch wenn sie nicht direkt von der Wertsteigerung der Immobilie profitieren. Frau Mag. Rindler zeigte hinzukommend allerdings auch auf, welche verschiedenen Interessenskonflikte zu juristischen Problemen führen und wie stark Einzelinteressen sämtliche Baumaßnahmen verzögern können. Aber auch sie stimmte den anderen Sprecherinnen zu: Wird von Anfang an eine kompetente Ansprechperson für alle Beteiligten im Sanierungsprozess bereitgestellt, können etwaige Probleme schon frühzeitig abgefedert werden.

Finanzierung und Förderung

Mag. Karl Ladenhauf begann den zweiten Themenblock des Tages mit der Vorstellung eines Konzeptes, das die Sanierungsprozesse in Vorarlberg nicht nur zahlenmäßig, sondern vor allem auch hinsichtlich deren Qualität fördern soll. Anhand einer Sanierungsberatung und -begleitung wird die umfassende Sanierung forciert, so sollen z.B. nachhaltige Nutzungskonzepte mitgedacht, negative Überraschungen verhindert und Sanierungsprojekte so gestaltet werden, dass diese nicht nur anlassbezogen zur Energieeinsparung eingesetzt, sondern Teil eines Gesamtkonzeptes werden. Diese Beratung ersetzt selbstverständlich weder die Planung noch das Energiekonzept, betonte Ladenhauf.

Wie unterschiedlich die Förderungsmaßnahmen der österreichischen Bundesländer sind, veranschaulichte Dr. Wolfgang Amann in einer Potenzial-Analyse. Trotz der 15a B-VG-Vereinbarung 2008 herrscht in Österreich eine sehr große Bandbreite an Modellen vor. Unterschiedliche Punktesysteme und Energiekennzahlen werden eingesetzt, die Definition förderbarer Baukosten ist ebenso inhomogen wie die Höhe der Zuschläge für Maßnahmen und Förderbarwerte. Es gäbe auch keine allgemeine Definition einer „Sanierungsrate“, welche Baumaßnahmen diese beinhalte und welche nicht. Der Höchstwert der Anzahl geförderter Sanierungen auf Bundessowie auf Länderebene wurde im Jahr 2010 erreicht, da im Jahr 2009 der Sanierungsscheck als Mittel zur Konjunkturbelebung eingeführt wurde. Noch immer gibt es starke Förderungsanreize auf beiden Ebenen, umfassende energetische Sanierungen und Passivhaussanierungen werden dabei forciert. Dennoch zeigt sich der Trend, dass die Zahl der Sanierungen zurückgeht. Dies führt Dr. Amann vor allem auf die Komplexität der Förderungsinstrumente, derzeit niedrige Energiekosten sowie eine mangelhafte öffentliche Wahrnehmung der Relevanz dieser Thematik zurück. Dies müsse sich ändern, da die Sanierung als Instrument zur Erreichung der europäischen Klimaziele unumgänglich ist.

Auf die Ausführungen von Dr. Amann folgte ein Gespräch mit VertreterInnen dreier Bundesländer: Mag. Bernhard Plesser, Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Mag. Karl Ladenhauf, Amt der Vorarlberger Landesregierung, sowie DI Michaela Trojan vom Wohnfonds Wien legten ihre unterschiedlichen Vorgangsweisen bei der Förderung von Sanierungsprojekten dar. DI Michaela Trojan betonte gleich zu Anfang des Gesprächs, dass in Wien die Erwartungshaltung bezüglich der Sanierungsrate schwer zu erfüllen sei: Seit dem Jahr 2000 und der Einführung der Förderung thermisch-energetischer Wohnhaussanierungen (THEWOSAN) sei viel passiert, in den letzten 30 Jahren wurde ein Drittel des heutigen Wiener Wohnungsbestandes mit Förderungen erreicht. Nun würden kleinere Wohnhausanlagen im Fokus stehen, diese schlagen sich statistisch in weiterer Folge nur gering nieder. Mag. Bernhard Plesser schilderte, dass die Förderungen in Niederösterreich konstant geblieben seien, er sich aber vorstellen könne, dass viele Personen aufgrund der derzeitigen Wirtschaftslage Erspartes in Immobilien investieren würden und dies nicht in der Rate geförderter Sanierungen aufscheinen würde. Gleichzeitig bestätigte er aber den drastischen Rückgang der Eigenheim-Sanierungen. Mag. Karl Ladenhauf argumentierte bezüglich der rückgängigen Sanierungsraten trotz innovativer Ansätze in Vorarlberg, dass es in den Jahren 2010 und 2011 Hypes gegeben hätte, da nach der Wirtschaftskrise der Zugang zu Förderungen geöffent wurde, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dies wäre auf Dauer budgetär allerdings nicht haltbar. Einig waren sich sowohl die LandsvertreterInnen als auch Dr. Amann darin, dass die stark rückläufigen Sanierungen von Eigenheimen, die gleichzeitig einen wesentlich höheren Energieverbrauch als Wohnungen haben, das größte Problem seien.

Planung und Konzept

Prof. Andreas Kolbitsch von der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU Wien gab den Anwesenden anschließend einen kurzen, aber sehr prägnanten Einblick in den Ablauf einer professionellen ingenieurtechnischen Analyse und Bewertung des Gebäudebestandes. Denn zu beachten gilt, dass energetische Sanierungen jederzeit zu fördern seien, aber dennoch immer als Erstes geprüft werden müsse, in welchem Zustand sich die Tragstruktur der Gebäude befinde. Dabei seien aus Erfahrung heutige Ansprüche an Erdbebensicherheit im Zusammenhang mit alten Gemäuern oft das größte Problem.

Ein Herzstück der Veranstaltung bildete die Vorstellung von Best-Practice-Beispielen für Gebäudesanierungen von Prof. Martin Treberspurg. Dadurch wurde nicht nur eindrucksvoll die realisierte hohe technische und kulturelle Qualität unter Beweis gestellt, Prof. Treberspurg betonte auch die Dringlichkeit der qualitätsvollen Sanierung ganz nach Adolf Loos: „Eine Erneuerung, die keine Verbesserung ist, ist eine Verschlechterung“. Dass eine Sanierung, Modernisierung oder ein Umbau viel mehr zur Wertsteigerung führen, wurde anhand von Grafiken und Beispielen gezeigt. Dies sei gleichzeitig aber die höchste Herausforderung für die Planung und könne auf gänzlich unterschiedliche Weisen geschehen – indem der Bestand völlig und nicht mehr kenntlich im Neuen aufgehe, indem der Bestand komplett erhalten bleibe und die Sanierung „versteckt“ sei, bis hin zum Dialog zwischen Alt- und Neubau. Ein Rezept für die beste Sanierung von Altbauten gäbe es nicht. Vielmehr sei jeder Einzelfall zu betrachten und es sei noch immer am wichtigsten, die soziologischen Aspekte im Gebäudekontext miteinzubeziehen. Eindrucksvoll konnte auch gezeigt werden, welches hohe Potenzial an „mehr Qualität“ und „mehr Wert“ in allen Projekten gehoben werden konnte.

Wie die Qualität im Sanierungsprozess auch gesichert werden kann, darüber unterhielt sich Dr. Clemens Hecht vom Fachverband Steine-Keramik der WKO mit der Architektin DI Ingrid Domenig-Meisinger und dem Sachverständigen Christian Lautner, MSc. DI Ingrid Domenig-Meisinger sieht die Erfahrung der PlanerInnen als wichtigste Grundlage, um qualitätsvolle Sanierungsprojekte durchführen zu können. Hinzu komme natürlich eine ausführliche Analyse des Bestandes am Beginn des Projektes – werde diese nicht fachgemäß ausgeführt, könne es später zu großen Schäden kommen. Dies betonte auch der Sachverständige Christian Lautner. Eine laufende Kontrolle des Bauvorganges sei unentbehrlich, um Mängel auszuschließen.

Denn oft würde auch zu viel Vertrauen in HandwerkerInnen gesetzt, die diesen fachlichen Anforderungen nicht immer gerecht werden könnten. DI Domenig-Meisinger erläuterte weiters: Wenn Entscheidungen zur Haustechnik erst auf der Baustelle getroffen werden, sei es deutlich zu spät, Fehler zu verhindern. Äußerst wichtig sei den SprecherInnen auch das nachträgliche Monitoring des Bauprojektes, vor allem die Haustechnik müsse in der ersten Zeit nachjustiert und über die Jahre hinweg regelmäßig überprüft werden, damit sie die gewünschte Leistung erbringen kann.

Auftrags- und Baukultur

Dass die Qualität eines Sanierungsprojektes allerdings nicht nur von den PlanerInnen abhängt, zeigte Architekt DI Peter Schneider in seinem Plädoyer für Auftragskultur auf. „Gute“ BauherrInnen mit klaren Zielvorstellungen, Interesse an Qualität und Handschlagqualität seien unermesslich wichtig für die qualitätsvolle Planung und Ausführung von Bauprojekten. In diesem Zusammenhang betonte er auch, wie problematisch Bauprozesse in Zusammenarbeit mit GeneralübernehmerInnen sein können. Denn klare Zielsetzungen von BauherrInnen, die dementsprechende Anforderung von ExpertInnen und die Begleitung des Prozesses in Form von Präsenz und aktivem Interesse, seien die Grundlage für PlanerInnen, um Qualität schaffen zu können. Dies sei besonders auch vor dem Hintergrund wichtig, dass durch die starke Zunahme an Regelwerken und Normen nur mehr wenig Spielraum für Detailentscheidungen bleibe. Gerade hier müssen BauherrInnen und PlanerInnen aber gemeinsam vorgehen, um das Potenzial von Bau- und Sanierungsprojekten auszuschöpfen.

Den Abschluss des Sanierungstages 2016 bildete eine Diskussion auf politischer Ebene. Unter der Moderation von Dr. Wolfgang Amann debattierten die Abgeordneten zum Nationalrat Josef Muchitsch (SPÖ), Mag. Michaela Steinacker (ÖVP), Mag. Philipp Schrangl (FPÖ), Dr. Gabriela Moser (Grüne) sowie Mag. Gerald Loacker (Neos). Auf die Frage hin, wie die Sanierungsrate in Österreich erhöht werden könnte, um das 1,5 °C-Ziel der UN-Klimakonferenz 2015 zu erreichen, meinte Mag. Gerald Loacker, dass das größte Problem hier wohl der Interessenkonflikt zwischen Energieeffizienz und Baukosten sei. Auch wenn die öffentliche Hand Förderungen biete, sei dieses Problem nicht einfach auszuräumen. Außerdem plädierte er für eine übergreifende Förderdatenbank, durch die die Förderungen in ganz Österreich vereinheitlicht werden sollten. Mag. Michaela Steinacker zählt hingegen weiterhin auf eine Anreizpolitik wie in Form des Sanierungsschecks. Denn alle Immobilien-EigentümerInnen

Österreichs hätten die Verantwortung, ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Damit das aber passiert, seien weiterhin Anreize notwendig. Josef Muchitsch formulierte ganz klar: Umwelt, Bauen, Beschäftigung – diese drei Komponenten bilden einen Kreislauf. Die Förderungsstruktur auf Landesebene sei aber viel zu kompliziert, auch er würde diese gerne in eine übergreifende Hand geben. Mag. Philipp Schrangl wies auf den sozialen Aspekt von Sanierungen hin. Diese sollten nur durchgeführt werden, wenn die BewohnerInnen von sanierten Gebäuden auch mit den neuen Komponenten umgehen könnten. Ansonsten hätte das lediglich negative Folgen für die BewohnerInnen. Gabriele Moser sieht zwar derzeit eine Schere zwischen Nachhaltigkeit und Leistbarkeit, meint aber, dass es möglich sei, diese mit einfachen Mitteln zu verringern. So würde sie die Vorschriften für die Nachhaltigkeit von Baumaterialien verschärfen und hinzukommend steuerliche Anreize bieten, da Förderungen alleine offenbar nicht ausreichen würden. Die Halbierung der Lohnnebenkosten bei der gleichzeitigen Erhöhung von Energiepreisen seien Mittel, die die Sanierungsrate wohl umgehend steigern würden. Auch wenn die Lösungsansätze der vertretenen Parteien grundverschieden waren, waren sich jedoch alle SprecherInnen mehr oder weniger einig: Die Erhöhung des Sanierungsrate ist ein unumgänglicher Faktor, um die Klimaerwärmung langfristig zu verringern und unseren Lebensraum zu erhalten.

Veranstalterin Architektin DI Ursula Schneider vom Ausschuss Nachhaltiges Bauen der Bundeskammer stellte zum Abschluss ernüchtert fest, dass am Sanierungstag 2016 eindrucksvoll gezeigt wurde, dass für umfassende, lebenszyklisch geplante Sanierungen in allen erforderlichen Bereichen höchste Expertise vorhanden sei und man sowohl die Hemmnisse als auch die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung schon seit Jahren diagnostiziert habe. Alle Bereitschaft, Expertise und alles Wissen sei aber ohne weitere Wirkung, solange auf politischer Ebene im Hin und Her der Parteien die dringend erforderlichen Reformen ausblieben.

  • (Fotos: Christian Müller)
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