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v.l. Walter Bornett (KMU Forschung Austria), BSIC-Obmann Robert Bodenstein und BSIC-Geschäftsführer Josef Moser

Wissensbasierte Dienstleister als Konjunkturmotor: 5,9 Prozent Umsatzwachstum im Jahr 2015

19. April 2016 | 15:55 Autor: WKÖ Startseite, Wien

Wien (A) Die mehr als 120.000 Dienstleister des Informations-, Kommunikations- und Consultingsektors haben 2015 ein im Branchenvergleich beachtliches Umsatzwachstum von 5,9 % erwirtschaftet und tragen damit Euro 66 Milliarden zum BIP bei. Eine konstant hohe Exportquote von mehr als 14 % und eine Investitionsquote von 6 % runden ein bemerkenswert gutes Wirtschaftsergebnis ab, das im Haus der österreichischen Wirtschaft von Robert Bodenstein, Obmann der Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria, präsentiert wurde.

Bodenstein: „Es braucht endlich eine Verbesserung der Rahmenbedingungen“
„Die wissensbasierten Dienstleistungsunternehmungen in Österreich überbieten mit einem Plus von 5,9 % das BIP-Wachstum einmal mehr deutlich. Damit haben unsere Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen wieder eine Spitzenleistung erbracht“, bringt es Bundesspartenobmann Bodenstein auf den Punkt. Das bedeute jedoch nicht, dass es allen perfekt gehe, so Bodenstein. „Tatsache ist aber, dass die Betriebe ihren Beitrag in Form von Wirtschaftswachstum, Sicherung und Schaffung von Beschäftigung geleistet haben und leisten. Mit dem stabilen Wirtschaftswachstum des Kreativwirtschaftssektors haben wir jedenfalls nachhaltige Impulse für eine Belebung der Konjunktur gesetzt.“

Dynamischer Motor im Übergang zum digitalen Dienstleistungszeitalter
„Die wissensbasierten Dienstleister sind dynamischer Motor und Transformator im rasanten Übergang zum digitalen Dienstleistungszeitalter“,erklärt Bodenstein den im Vergleich zu anderen Branchen stabilen Wirtschaftsaufschwung der wissensbasierten Dienstleistungsbranchen. Jetzt sei es aber höchst an der Zeit, dass die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verbessert werden, fordert er in Richtung Politik.

Bodenstein führt das Wirtschaftswachstum dieser Sektoren insbesondere darauf zurück, dass die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche einerseits die arbeitsteilige Wirtschaft forciert, andererseits aber auch einen starken Trend zum Outsourcing auslöst. Die Kombination von industrieller Fertigung und Dienstleistung bildet im Endeffekt den produktiven und innovativen Kern neuer Wertschöpfungsprozesse in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft. Der Trend, immer mehr Dienstleistungen nicht mehr im eigenen Haus vorzuhalten, sondern sich dafür externer Anbieter zu bedienen, befeuert natürlich die Geschäftsmodelle der wissensbasierten Kreativbranchen. „Das ist auch der Nährboden für einen Mitgliederzuwachs von mehr als 50% in den vergangenen 10 Jahren“, erklärt Bodenstein die Erfolgsgeschichte des Informations- und Consultingsektors in Österreich. „Und das Internet der Dinge oder auch Industrie 4.0 werden diesen Trend massiv beschleunigen“, meint Bodenstein, der im gleichen Atemzug aber auch eine rasche Anpassung der Rahmenbedingungen fordert, um dieses Erfolgsmodell nicht abrupt zu gefährden.

Konkret nennt der Repräsentant des österreichischen Informations-, Kommunikations- und Consultingsektors folgende Forderungen:

  • Schaffung modernster Infrastruktur durch forcierten Breitbandausbau
  • Neue Arbeitswelt mit flexiblen Arbeitsformen und Arbeitszeiten
  • Recht auf Selbständigkeit für wissensbasierte Dienstleister

Vom Rückblick zum Ausblick – auch Prognose für 2016 sehr zuversichtlich
Die Betrachtung der Ergebnisse zurückliegender Untersuchungen zeige die Treffsicherheit der Prognosen, so Wirtschaftsforscher Bornett, der zu den Aussichten für das laufende Jahr meint: „Wenn nichts dazwischenkommt, sollte 2016 eine Fortsetzung des erfolgreichen Wegs bringen. 52 % der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiterhin guten bis sehr guten Auftragslage und 59 % haben auch konkrete Investitionen für 2016 geplant.“

Die Bundessparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich vertritt die Interessen von über 120.000 Unternehmen aus den Bereichen Information, Kommunikation, Consulting und Infrastruktur; ihr gehören insgesamt zehn Fachverbände an, und zwar Entsorgungs/Ressourcenmanagement, Finanzdienstleister, Werbung und Marktkommunikation, Unternehmensberatung/Buchhaltung/IT, Ingenieurbüros, Druck, Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Buch- und Medienwirtschaft, Versicherungsmakler sowie Telekommunikations- und  Rundfunkunternehmen.

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