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Stellten Zwischenergebnisse einer Grundlagenstudie zum burgenländischen Arbeitsmarkt vor (v.l.n.r.): Mag.a Friederike Weber, Frauenlandesrätin Verena Dunst und Mag.a Karina Ringhofer, Leiterin Referat Frauenangelegenheiten (Foto: Bgld. Landesmedienservice)

Chancen für Frauen am burgenländischen Arbeitsmarkt erhöhen: Landesrätin Dunst präsentierte Zwischenergebnisse einer Grundlagenstudie

13. Mai 2015 | 10:04 Autor: Landesmedienservice Bgld. Startseite, Burgenland

Eisenstadt (A) Im Vorfeld der neuen ESF Förderperiode hat das Referat für Frauenangelegenheiten eine Grundlagenstudie zum burgenländischen Arbeitsmarkt mit Hauptaugenmerk auf Frauen in Auftrag gegeben. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte Frauenlandesrätin Verena Dunst heute, Dienstag, gemeinsam mit Studienautorin Mag.a Friederike Weber vom Institut „prospect. Research & Solution“ die Zwischenergebnisse. Die Studie bildet die Planungsgrundlage für Frauenförderprojekte. Für die kommende Förderperiode 2014 – 2020 stehen dafür 2,48 Millionen Euro an ESF-Mitteln (2007-2013: 1,75 Mio.) bereit, weitere 400.000  Euro kommen aus dem Additionalitätsprogramm. Von der EU vorgegebene Schwerpunkte sind die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Angleichung der Einkommen und die Bekämpfung der Frauenarmut.

Eine positive Bilanz zieht Dunst aus der abgelaufenen Förderperiode: „Erfreulich ist, dass die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen zwischen 2005 und 2013 um ein Fünftel gestiegen ist – zum einen durch bessere Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuung, zum anderen durch EU-geförderte Beschäftigungsprojekte. Die Studie zeigt aber auch klar einen Handlungsbedarf bei der Reduktion des Anteils an Frauen, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben, bei der Diversifizierung der Berufswahl, der Gewährleistung eines existenzsichernden Einkommens für Teilzeitbeschäftigte oder der Ausweitung der Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen“, stellte Dunst fest.

(Aus-)Bildung entscheidend
Bei der Bildungsstruktur, einem der in der Studie untersuchten Bereiche, zeigen sich starke geschlechterspezifische Unterschiede: 41 % der Burgenländerinnen haben maximal einen Pflichtschulabschluss (Österreich: 33 %), bei den Männern sind es nur 20 % (Österreich: 22 %). Auch ist die Berufswahl der Mädchen noch traditionell geprägt: 62 %  der weiblichen Lehrlinge im Burgenland entscheiden sich für nur drei Branchen: Einzelhandel, Gastgewerbe und Friseurin. „Diese beiden Faktoren bedeuten geringere Chancen für Frauen beim Berufseinstieg, geringeres Einkommen, und sie führen auch viel eher zu Arbeitslosigkeit“, erklärte Studienautorin Weber. Und noch immer gibt es „Frauen- und Männerbranchen“: Drei Viertel aller Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sind weiblich, 70 % der in Gewerbe und Industrie Beschäftigen männlich.

Kinderbetreuungsangebot: Öffnungszeiten sind Kritikpunkt
Weist das Burgenland mit fast 100 % die höchste Betreuungsquote bei den 3- bis 4-Jährigen auf, liegt sie bei der Betreuung von Volksschulkindern in Horten nur bei knapp 11 % (Österreich: 16,5 %). Sehr wenige Betreuungseinrichtungen haben länger als bis 18 Uhr geöffnet, und sie sind mehrheitlich 6 bis 9 Wochen pro Jahr geschlossen.  „Das war ein Hauptkritikpunkt in Interviews mit Wiedereinsteigerinnen und Müttern und macht Vollzeitbeschäftigung nur schwer möglich“, so Weber.

Frauenerwerbstätigkeit im Burgenland stark gestiegen
Überproportional zugenommen hat insgesamt die Frauenerwerbstätigkeit im Burgenland in den letzten Jahren: Von 95.000 Burgenländerinnen im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre) waren 2013 zwei Drittel erwerbstätig, allerdings arbeiteten nur knapp die Hälfte Vollzeit, 38 % Teilzeit. Immerhin 7.783 Frauen waren 2014 selbständig tätig (Männer: 8.735), und der Frauenanteil an Neugründungen steigt kontinuierlich, viele davon sind jedoch EPU.

Workshops als nächster Schritt
Dunst sieht die Studie, die im Detail im Herbst präsentiert werden soll, als „notwendige Grundlage zur Erarbeitung von treffsicheren Maßnahmen“. In vier landesweiten Expertenworkshops mit Vertretern der Sozialpartner und des AMS, der Frauenberatungsstellen und von Bildungsinstitutionen, Sozialprojekten und Regionalmanagement sollen die Daten evaluiert und erste Handlungsoptionen erarbeitet werden. Einen Fokus will Dunst auf Projekte für ältere Frauen und Frauen in Teilzeit legen.

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